Gespräch mit einem Atheisten – Teil 1: Das Verhalten des Da’i

 

 Das Wort Dawa ist allgemein bekannt als die Einladung von Nichtmuslimen zum Islam. Nun umfasst die Dawa aber so viele Aspekte, dass darüber ein eigenes Buch geschrieben werden könnte. Ich möchte in drei Teilen einige Aspekte aufzeigen, angefangen mit dem Verhalten des Da’i, also demjenigen der sich an der Dawa – Arbeit beteiligt über einige Ideen für Gespräche mit Atheisten bis hin zu dem Verhalten gegenüber neuen Muslimen. Anhand von Qur’an und Sunna wollen wir nun Ziele und Verhalten eines Da’i herausfinden.

 

Bevor wir nun dazu kommen mit Nichtmuslimen über den Islam zu sprechen, müssen wir logischerweise Zugang zu nichtmuslimischen Personen finden. Letztendlich tun wir diese Bemühungen für Allah und wollen sein Wohlgefallen anstreben. Ob ein Nichtmuslim zum Islam findet, obliegt Allah allein, „denn Dir obliegt nicht ihre Rechtleitung, sondern Allah leitet

recht, wen Er will" [2:272].

Ziel ist es also den Nichtmuslimen die Grundzüge des Islam zu erklären und mögliche Hindernisse auf dem Weg zu räumen, die den Nichtmuslim von der Annahme des Islam abhält.

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir zuallererst an unser Verhalten gegenüber den Menschen denken. Dem voraus geht das Fassen der richtigen Absicht, denn der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Heil auf ihm) hat gesagt:

"...Ein Mann, der Wissen erwarb und es lehrte, wird (zu Allah)

gebracht. Er lässt ihn wissen, welche Gnade Er ihm gewährte, und er erkennt sie. Allah spricht: "Was hast du damit gemacht?" Er antwortet: "Ich habe Wissen erworben und es weitergegeben, und ich rezitierte um Deinetwillen den Quran." Allah spricht: "Du hast gelogen. Vielmehr lerntest du, damit gesagt würde: Er ist ein Gelehrter, und du rezitiertest den Quran, damit gesagt würde: Er ist ein Quran-Rezitator - was auch geschah." [überliefert bei Muslim].

Daraus lernen wir, dass die Absicht eines Da’i einzig und allein der Gottesdienst sein kann.

Haben wir nun die richtige Absicht, wie schaffen wir es dann gehört zu werden? Betrachten wir den Charakter von Abu Bakr, einer der ersten Gefährten des Propheten, der zum Islam aufgerufen hat. Er war ein umgänglicher Mann mit angenehmem Auftreten. Darüber hinaus wusste er wie er sich in der Gesellschaft zu verhalten hatte, kannte also die Sitten und Gebräuche aber auch die Weltanschauungsmuster. Damit ist gemeint, dass er wusste, wie sich die Menschen zur damaligen Zeit die Welt vorgestellt haben und Wahrheit identifiziert haben. Heute zum Beispiel sehen die meisten Menschen das als wahr an, was auch wissenschaftlich bewiesen ist. Eine günstige soziale Stellung ist zudem wichtig, da Gespräche so natürlich entstehen und nicht konstruiert werden. Heute erreichen wir über Schule, Social Media und Soziale Arbeit viele Leute und eine gehobene Stellung erscheint nicht mehr so wichtig wie damals. Aber eine Sache ist geblieben: Der Umgangston. Wie spreche ich mit den Menschen um mich herum? Auf Social Media Kanälen kann ich anders reden wie in der Schule, vielleicht sind auch andere Themen und Fragen wichtiger.

Wenn wir es nun geschafft haben, Zuhörer zu finden, was ist dann noch wichtig? Nicht nur das Gespräch, sondern auch unser Verhalten. Wie können wir über Allahs Existenz und die Wichtigkeit von Gottesdienst reden, aber alle Gebete verpassen? Dawa bedeutet auch beispielhafte Muslime hervorzubringen. Dazu müssen wir selbst aber schon zu ihnen gehören und vorbildlich voranschreiten. „Wahrlich, die besten von euch sind jene mit den besten/schönsten Charaktereigenschaften.“ [Sahih Bukhary 6035]

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